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fds2610-bot 9111eeeb91 Online-Banking: Einrichtung in zwei Schritten
Die Bank lässt sich erst nach ihren TAN-Verfahren fragen, wenn die
Zugangsdaten gespeichert sind. Das Anlegen führt deshalb über „Weiter“
direkt auf die Verfahrensseite, und die holt die Liste selbst – ein
Knopf davor wäre ein Schritt, dessen Ergebnis feststeht.

Scheitert die Abfrage, bleibt das Ergebnis in der Sitzung, damit nicht
jeder Seitenaufruf wieder in dieselbe Zeitüberschreitung läuft; die ist
für die Abfrage kürzer gesetzt als in der Bibliothek.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-12 08:39:44 +02:00

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Online-Banking (FinTS)

Umsätze kommen per Knopfdruck von der Bank, werden gegen die vorhandenen Buchungen abgeglichen und über Regeln weitgehend selbst kategorisiert.

Die Bibliothek: ein eigener Fork

Verwendet wird nemiah/php-fints, aber nicht von Packagist, sondern als Fork auf Codeberg (fds2610-bot/phpFinTS, eingebunden über ein VCS-Repository in der composer.json, Version fest auf 4.1.1 gepinnt).

Im Fork ist psr/log direkt eingebaut: Die acht Interface-Dateien liegen unter psr-log/Psr/Log/ und werden über einen eigenen Autoload-Eintrag geladen, der require-Eintrag ist entfallen. Damit hängt der Finanzmanager an keinem fremden Update-Zyklus – die Anwendung hat genau eine Abhängigkeit, und die steht unter eigener Kontrolle.

Beim Nachziehen eines neuen Upstream-Standes muss dieser Eingriff wiederholt werden; wie, steht in psr-log/README.md des Forks.

Der Schlüssel für die Zugangsdaten

PIN und TAN-Medium stehen AES-256-GCM-verschlüsselt in der Datenbank (Services\Crypto, übernommen aus Steuerkram). Der Schlüssel ist eine 64-stellige Hex-Zeichenkette:

  • aus der Umgebung (APP_KEY in der .env), oder
  • aus data/schluessel/app_key – die Datei erzeugt der Container-Entrypoint beim ersten Start, wenn APP_KEY leer ist.

Das Verzeichnis ist ein eigenes Bind-Mount, damit der Schlüssel einen Neubau des Images überlebt. Er gehört ins Backup: Ohne ihn sind gespeicherte Zugangsdaten nicht mehr lesbar (neu eingeben hilft, verloren ist sonst nichts).

Ablauf eines Abrufs

Der Abruf ist eine Zustandsmaschine über mehrere Requests:

anmelden → konten → umsaetze (je Konto) → fertig

Jeder Schritt kann eine TAN verlangen – bei den meisten Banken schon der Login, auch für reines Lesen. Dann sichert Services\FinTsAbruf den Dialog (FinTs::persist()) und die serialisierte Aktion in der Sitzung, zeigt die TAN-Maske und macht nach der Eingabe an derselben Stelle weiter.

Ein wartender Prozess wäre der naheliegende, aber falsche Weg: php-fpm hat dafür keinen Platz, und ein Request, der fünf Minuten auf eine TAN wartet, blockiert einen Worker.

Was in der Sitzung liegt, enthält keine PIN – die Bibliothek schließt sie beim Persistieren ausdrücklich aus. Sie wird bei jedem Request neu aus der Datenbank geholt und entschlüsselt.

TAN-Verfahren

  • Klassisch (chipTAN, photoTAN): Die Maske zeigt den Hinweistext der Bank und, wenn vorhanden, die photoTAN-Grafik als Datenadresse. Der Nutzer tippt die TAN ein.
  • Entkoppelt (pushTAN-App): Die Freigabe passiert im Gerät des Nutzers. Statt zu warten, fragt die Anwendung auf Knopfdruck nach (checkDecoupledSubmission) – steht die Freigabe noch aus, bleibt die Maske stehen.

Einrichtung in zwei Schritten

Fast jede Bank bietet mehrere Verfahren an, und welche das sind, weiß nur sie. Fragen lässt sie sich aber erst, wenn Bankleitzahl, FinTS-Adresse, Benutzerkennung und PIN vorliegen – deshalb zerfällt das Anlegen einer Bankverbindung in zwei Schritte:

  1. Zugangsdaten (/banking/neu) – Weiter speichert sie.
  2. TAN-Verfahren (/banking/{id}/verfahren) – die Seite fragt die Bank beim Aufruf selbst und zeigt die Liste zur Wahl.

Der zweite Schritt holt die Liste ohne Knopfdruck: Wer hier landet, will genau das, und ein Knopf, dessen Ergebnis feststeht, wäre ein Schritt zu viel. Ein erneuter Anlauf steht trotzdem bereit, wenn sich etwas geändert hat.

Später erreicht man dieselbe Seite über TAN-Verfahren einstellen am Zugang.

Abgefragt, nicht eingetippt. Die Kennungen sind bankspezifisch – 913 heißt nicht überall chipTAN QR –, und niemand soll sie in einer PDF der Bank suchen müssen. getTanModes() kommt ohne Anmeldung aus (die Bibliothek braucht dafür nur die Bankparameterdaten) und verlangt deshalb selbst keine TAN.

getTanMedia() wird nur für die Verfahren aufgerufen, die ein Medium brauchen: Jeder Aufruf ist ein eigener Dialog mit der Bank.

Die Zeitüberschreitungen sind kürzer gesetzt als in der Bibliothek (8 statt 15 Sekunden zum Verbinden, 20 statt 30 zur Antwort): Die Abfrage hängt an einem Seitenaufruf.

Das Ergebnis liegt in der Sitzung, auch ein gescheitertes – sonst liefe jeder Seitenaufruf erneut in dieselbe Zeitüberschreitung. Scheitert die Abfrage, erklärt die Seite, wo der Fehler meist steckt, und der Weg zurück zu den Zugangsdaten steht daneben. Die Wahl lässt sich überspringen; die Verbindung ist auch ohne sie benutzbar.

Beim Übernehmen wird gegen die abgefragte Liste geprüft: Eine Kennung, die die Bank nicht angeboten hat, wäre beim nächsten Abruf wirkungslos.

Ohne Wahl nimmt der erste Abruf das erste Verfahren, das die Bank meldet, und hält es fest; sonst stünde im Formular nichts. Eine ausdrückliche Wahl wird dagegen nie überschrieben: Bietet die Bank sie einmal nicht an, sagt das Protokoll das und die Einstellung bleibt stehen.

Das Zugangsformular fasst Verfahren und Medium nicht an: Ohne diesen Vorbehalt setzte jedes Speichern die Wahl zurück.

Abruf und Überweisung benutzen dieselbe Wahl (Services\FinTsVerfahren::anwenden()) – eine Überweisung soll nicht plötzlich ein anderes Verfahren verlangen als der Abruf.

Konten

Beim ersten Abruf legt die Anwendung für jedes Konto, das die Bank meldet, eine Zeile in bank_konten an. Trägt ein eigenes Konto dieselbe IBAN, wird es gleich zugeordnet; sonst geschieht das im Formular des Zugangs. Ohne Zuordnung lassen sich die Umsätze nicht buchen – das Konto fehlt dann schlicht.

Was nicht abgerufen werden soll, wird dort abgewählt; das ist der Kontenfilter.

Der Saldo wird mitgeholt und landet in der Spalte Online-Saldo der Kontenübersicht. Verlangt die Bank dafür eine eigene TAN, entfällt er – eine zweite TAN-Runde nur für eine Zahl wäre niemandem zu erklären.

Abgleich statt Direktbuchung

Abgerufene Umsätze landen in bank_umsaetze und werden nicht sofort gebucht. Wer seine Zahlungen selbst erfasst, hat sie beim Abruf meist schon im Kontoblatt; ohne Zwischenschritt stünde alles doppelt da.

Die Vorschlagsliste (Umsätze abgleichen) kennt drei Wege:

Vorschlag Wann Wirkung
Verbinden Es gibt eine erfasste Buchung mit gleichem Konto, gleichem Betrag und nahem Datum Der Umsatz wird mit ihr verknüpft, die Buchung gilt als abgeglichen
Als neue Buchung Keine passende Buchung vorhanden Neue Buchung mit Quelle fints, Kennzeichen abgeglichen
Verwerfen Der Umsatz soll nicht ins Kontoblatt Bleibt als „verworfen“ liegen und kommt nicht wieder

Wie weit Buchungs- und Banktag auseinanderliegen dürfen, steht als Toleranz beim Abgleich in den Einstellungen (Vorgabe fünf Tage). Eine Buchung, die schon mit einem anderen Umsatz verbunden ist, wird nie ein zweites Mal vorgeschlagen.

Dass derselbe Umsatz bei überlappenden Abrufzeiträumen nur einmal hereinkommt, sichert extern_id – ein Fingerabdruck aus IBAN, Datum, Betrag, Verwendungszweck und Empfänger.

Alle eindeutigen übernehmen erledigt in einem Zug, was ohne Rückfrage geht: verbinden, wo eine Buchung passt, und übernehmen, wo eine Regel greift. Umsätze ohne Regel bleiben offen – sie sind Arbeit, die der Nutzer sehen soll.

Regeln

Eine Regel prüft ein Muster gegen Empfänger und/oder Verwendungszweck:

  • Vergleich: enthält, beginnt mit, endet auf, regulärer Ausdruck. Groß- und Kleinschreibung spielt nie eine Rolle – Banken schreiben denselben Empfänger mal so, mal so.
  • Betragsgrenzen rechnen mit Vorzeichen: „von −60 bis −40“ trifft Lastschriften zwischen 40 und 60 Euro.
  • Wirkung: Kategorie, Klasse, Gegenkonto (macht daraus eine Umbuchung) oder ein festes Split-Schema in Prozent. Die letzte Splitzeile bekommt den Rest, damit die Summe auf den Cent zum Buchungsbetrag passt.

Die erste passende Regel gewinnt, sortiert nach Priorität (kleinere Zahl zuerst). Kein Sammeln über mehrere Regeln: Wenn zwei verschiedene Kategorien setzen wollten, wäre am Ende nicht mehr nachvollziehbar, warum die eine dasteht.

Reguläre Ausdrücke werden beim Speichern geprüft – ein kaputtes Muster brächte sonst jeden Abruf zum Stehen. Eingegeben wird ohne Trennzeichen: Miete|Nebenkosten, nicht /Miete/.

Der Zähler Treffer zeigt, welche Regeln im Alltag überhaupt greifen.

Protokoll und Diagnose

Jeder Abruf schreibt eine Zeile nach bank_abrufe mit Status, Zahlen und Verlauf – ohne das ist ein fehlgeschlagener Abruf nicht mehr zu rekonstruieren, denn FinTS-Meldungen der Banken sind selten selbsterklärend. Läufe, die länger als zwei Stunden auf eine TAN warten, gelten als abgebrochen.

Bei eingeschaltetem Debug-Log (Einstellungen → Diagnose) landen zusätzlich die FinTS-Dialogschritte in data/logs/ – über Services\DebugLogAdapter, der den PSR-3-Logger der Bibliothek an das eigene Log hängt. PIN und TAN maskieren beide Seiten.

Tests

tests/16_BankingTest.php prüft alles um den Dialog herum: Verschlüsselung (Kennung, kein Klartext, wechselnder Geheimtext, kein Verschachteln), PIN bleibt beim Speichern erhalten, Abrufzeiträume, Dublettenerkennung, Regeln nach Priorität und Feld, Splitschema mit Restausgleich, Abweisung ungültiger Ausdrücke, Abgleich gegen vorhandene Buchungen samt Toleranz sowie Übernehmen, Verwerfen und Zurücksetzen.

Zur Verfahrenswahl geprüft: Kennung, Name und verschlüsseltes Medium werden gespeichert, unbekannte Kennungen und Medien abgewiesen, ein Verfahren ohne Medienzwang bekommt keines angehängt, und das Speichern des Zugangsformulars lässt die Wahl stehen. Die Abfrage bei der Bank steckt hinter derselben Grenze wie der Dialog – geprüft wird, was mit ihrem Ergebnis geschieht.

Der FinTS-Dialog selbst braucht eine echte Bankverbindung und lässt sich nicht nachstellen. Geprüft wurde er gegen den Fehlerpfad: Eine unerreichbare Adresse bricht sauber ab, protokolliert und meldet verständlich.