Bisher entschied das erste Verfahren, das die Bank meldet – wer chipTAN nutzt, kam über eine App-Freigabe nicht weiter. Die Wahl steht jetzt auf einer eigenen Seite am Zugang. Abgefragt statt eingetippt: Die Kennungen sind bankspezifisch, und getTanModes() kommt ohne Anmeldung aus, verlangt also selbst keine TAN. Behoben: Das Speichern des Zugangsformulars setzte Verfahren und TAN-Medium zurück, weil beide Felder darin nicht vorkommen. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
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Online-Banking (FinTS)
Umsätze kommen per Knopfdruck von der Bank, werden gegen die vorhandenen Buchungen abgeglichen und über Regeln weitgehend selbst kategorisiert.
Die Bibliothek: ein eigener Fork
Verwendet wird nemiah/php-fints, aber nicht von Packagist, sondern als Fork auf
Codeberg (fds2610-bot/phpFinTS, eingebunden über ein VCS-Repository in der
composer.json, Version fest auf 4.1.1 gepinnt).
Im Fork ist psr/log direkt eingebaut: Die acht Interface-Dateien liegen unter
psr-log/Psr/Log/ und werden über einen eigenen Autoload-Eintrag geladen, der
require-Eintrag ist entfallen. Damit hängt der Finanzmanager an keinem fremden
Update-Zyklus – die Anwendung hat genau eine Abhängigkeit, und die steht unter eigener
Kontrolle.
Beim Nachziehen eines neuen Upstream-Standes muss dieser Eingriff wiederholt werden; wie,
steht in psr-log/README.md des Forks.
Der Schlüssel für die Zugangsdaten
PIN und TAN-Medium stehen AES-256-GCM-verschlüsselt in der Datenbank (Services\Crypto,
übernommen aus Steuerkram). Der Schlüssel ist eine 64-stellige Hex-Zeichenkette:
- aus der Umgebung (
APP_KEYin der.env), oder - aus
data/schluessel/app_key– die Datei erzeugt der Container-Entrypoint beim ersten Start, wennAPP_KEYleer ist.
Das Verzeichnis ist ein eigenes Bind-Mount, damit der Schlüssel einen Neubau des Images überlebt. Er gehört ins Backup: Ohne ihn sind gespeicherte Zugangsdaten nicht mehr lesbar (neu eingeben hilft, verloren ist sonst nichts).
Ablauf eines Abrufs
Der Abruf ist eine Zustandsmaschine über mehrere Requests:
anmelden → konten → umsaetze (je Konto) → fertig
Jeder Schritt kann eine TAN verlangen – bei den meisten Banken schon der Login, auch für
reines Lesen. Dann sichert Services\FinTsAbruf den Dialog (FinTs::persist()) und die
serialisierte Aktion in der Sitzung, zeigt die TAN-Maske und macht nach der Eingabe an
derselben Stelle weiter.
Ein wartender Prozess wäre der naheliegende, aber falsche Weg: php-fpm hat dafür keinen Platz, und ein Request, der fünf Minuten auf eine TAN wartet, blockiert einen Worker.
Was in der Sitzung liegt, enthält keine PIN – die Bibliothek schließt sie beim Persistieren ausdrücklich aus. Sie wird bei jedem Request neu aus der Datenbank geholt und entschlüsselt.
TAN-Verfahren
- Klassisch (chipTAN, photoTAN): Die Maske zeigt den Hinweistext der Bank und, wenn vorhanden, die photoTAN-Grafik als Datenadresse. Der Nutzer tippt die TAN ein.
- Entkoppelt (pushTAN-App): Die Freigabe passiert im Gerät des Nutzers. Statt zu warten,
fragt die Anwendung auf Knopfdruck nach (
checkDecoupledSubmission) – steht die Freigabe noch aus, bleibt die Maske stehen.
Das Verfahren wählen
Fast jede Bank bietet mehrere Verfahren an. Welches gilt, steht am Zugang unter
TAN-Verfahren einstellen (/banking/{id}/verfahren).
Abgefragt, nicht eingetippt. Die Kennungen sind bankspezifisch – 913 heißt nicht
überall chipTAN QR –, und niemand soll sie in einer PDF der Bank suchen müssen. Der Knopf
Verfahren bei der Bank abfragen holt die Liste über getTanModes(). Das kommt ohne
Anmeldung aus (die Bibliothek braucht dafür nur die Bankparameterdaten) und verlangt
deshalb selbst keine TAN.
getTanMedia() wird nur für die Verfahren aufgerufen, die ein Medium brauchen: Jeder
Aufruf ist ein eigener Dialog mit der Bank.
Die abgefragte Liste liegt in der Sitzung, nicht in der Datenbank – sie ist eine Momentaufnahme. Beim Übernehmen wird gegen sie geprüft: Eine Kennung, die die Bank nicht angeboten hat, wäre beim nächsten Abruf wirkungslos.
Ohne Wahl nimmt der erste Abruf das erste Verfahren, das die Bank meldet, und hält es fest; sonst stünde im Formular nichts. Eine ausdrückliche Wahl wird dagegen nie überschrieben: Bietet die Bank sie einmal nicht an, sagt das Protokoll das und die Einstellung bleibt stehen.
Das Verfahren steht bewusst nicht im Zugangsformular – dort ließe es sich nur als Zahl eintragen. Das Formular fasst es deshalb auch nicht an: Ohne diesen Vorbehalt setzte jedes Speichern die Wahl zurück.
Abruf und Überweisung benutzen dieselbe Wahl (Services\FinTsVerfahren::anwenden()) – eine
Überweisung soll nicht plötzlich ein anderes Verfahren verlangen als der Abruf.
Konten
Beim ersten Abruf legt die Anwendung für jedes Konto, das die Bank meldet, eine Zeile in
bank_konten an. Trägt ein eigenes Konto dieselbe IBAN, wird es gleich zugeordnet; sonst
geschieht das im Formular des Zugangs. Ohne Zuordnung lassen sich die Umsätze nicht
buchen – das Konto fehlt dann schlicht.
Was nicht abgerufen werden soll, wird dort abgewählt; das ist der Kontenfilter.
Der Saldo wird mitgeholt und landet in der Spalte Online-Saldo der Kontenübersicht. Verlangt die Bank dafür eine eigene TAN, entfällt er – eine zweite TAN-Runde nur für eine Zahl wäre niemandem zu erklären.
Abgleich statt Direktbuchung
Abgerufene Umsätze landen in bank_umsaetze und werden nicht sofort gebucht. Wer seine
Zahlungen selbst erfasst, hat sie beim Abruf meist schon im Kontoblatt; ohne Zwischenschritt
stünde alles doppelt da.
Die Vorschlagsliste (Umsätze abgleichen) kennt drei Wege:
| Vorschlag | Wann | Wirkung |
|---|---|---|
| Verbinden | Es gibt eine erfasste Buchung mit gleichem Konto, gleichem Betrag und nahem Datum | Der Umsatz wird mit ihr verknüpft, die Buchung gilt als abgeglichen |
| Als neue Buchung | Keine passende Buchung vorhanden | Neue Buchung mit Quelle fints, Kennzeichen abgeglichen |
| Verwerfen | Der Umsatz soll nicht ins Kontoblatt | Bleibt als „verworfen“ liegen und kommt nicht wieder |
Wie weit Buchungs- und Banktag auseinanderliegen dürfen, steht als Toleranz beim Abgleich in den Einstellungen (Vorgabe fünf Tage). Eine Buchung, die schon mit einem anderen Umsatz verbunden ist, wird nie ein zweites Mal vorgeschlagen.
Dass derselbe Umsatz bei überlappenden Abrufzeiträumen nur einmal hereinkommt, sichert
extern_id – ein Fingerabdruck aus IBAN, Datum, Betrag, Verwendungszweck und Empfänger.
Alle eindeutigen übernehmen erledigt in einem Zug, was ohne Rückfrage geht: verbinden, wo eine Buchung passt, und übernehmen, wo eine Regel greift. Umsätze ohne Regel bleiben offen – sie sind Arbeit, die der Nutzer sehen soll.
Regeln
Eine Regel prüft ein Muster gegen Empfänger und/oder Verwendungszweck:
- Vergleich: enthält, beginnt mit, endet auf, regulärer Ausdruck. Groß- und Kleinschreibung spielt nie eine Rolle – Banken schreiben denselben Empfänger mal so, mal so.
- Betragsgrenzen rechnen mit Vorzeichen: „von −60 bis −40“ trifft Lastschriften zwischen 40 und 60 Euro.
- Wirkung: Kategorie, Klasse, Gegenkonto (macht daraus eine Umbuchung) oder ein festes Split-Schema in Prozent. Die letzte Splitzeile bekommt den Rest, damit die Summe auf den Cent zum Buchungsbetrag passt.
Die erste passende Regel gewinnt, sortiert nach Priorität (kleinere Zahl zuerst). Kein Sammeln über mehrere Regeln: Wenn zwei verschiedene Kategorien setzen wollten, wäre am Ende nicht mehr nachvollziehbar, warum die eine dasteht.
Reguläre Ausdrücke werden beim Speichern geprüft – ein kaputtes Muster brächte sonst jeden
Abruf zum Stehen. Eingegeben wird ohne Trennzeichen: Miete|Nebenkosten, nicht /Miete/.
Der Zähler Treffer zeigt, welche Regeln im Alltag überhaupt greifen.
Protokoll und Diagnose
Jeder Abruf schreibt eine Zeile nach bank_abrufe mit Status, Zahlen und Verlauf – ohne das
ist ein fehlgeschlagener Abruf nicht mehr zu rekonstruieren, denn FinTS-Meldungen der Banken
sind selten selbsterklärend. Läufe, die länger als zwei Stunden auf eine TAN warten, gelten
als abgebrochen.
Bei eingeschaltetem Debug-Log (Einstellungen → Diagnose) landen zusätzlich die
FinTS-Dialogschritte in data/logs/ – über Services\DebugLogAdapter, der den PSR-3-Logger
der Bibliothek an das eigene Log hängt. PIN und TAN maskieren beide Seiten.
Tests
tests/16_BankingTest.php prüft alles um den Dialog herum: Verschlüsselung (Kennung, kein
Klartext, wechselnder Geheimtext, kein Verschachteln), PIN bleibt beim Speichern erhalten,
Abrufzeiträume, Dublettenerkennung, Regeln nach Priorität und Feld, Splitschema mit
Restausgleich, Abweisung ungültiger Ausdrücke, Abgleich gegen vorhandene Buchungen samt
Toleranz sowie Übernehmen, Verwerfen und Zurücksetzen.
Zur Verfahrenswahl geprüft: Kennung, Name und verschlüsseltes Medium werden gespeichert, unbekannte Kennungen und Medien abgewiesen, ein Verfahren ohne Medienzwang bekommt keines angehängt, und das Speichern des Zugangsformulars lässt die Wahl stehen. Die Abfrage bei der Bank steckt hinter derselben Grenze wie der Dialog – geprüft wird, was mit ihrem Ergebnis geschieht.
Der FinTS-Dialog selbst braucht eine echte Bankverbindung und lässt sich nicht nachstellen. Geprüft wurde er gegen den Fehlerpfad: Eine unerreichbare Adresse bricht sauber ab, protokolliert und meldet verständlich.