# QIF-Import Der Lexware FinanzManager exportiert erweitertes Quicken-QIF. Die `.QDF`-Datei ist verschlüsselt und damit keine Migrationsquelle – der QIF-Export ist der einzige Weg. Stand: Klassen, Kategorien, Konten (Phase 1) sowie Buchungen samt Splitzeilen und Umbuchungen (Phase 2) werden übernommen. Wertpapierbestände folgen in Phase 6, Buchungsvorlagen in Phase 7. ## Aufbau der Datei ``` !Option:MDY Datumsformat für die gesamte Datei !Type:Class Klassen !Type:Cat Kategorien !Option:AutoSwitch Beginn der Kontenliste !Account ein Konto je Eintrag !Clear:AutoSwitch Ende der Kontenliste !Account / !Type:… ab hier abwechselnd Konto und dessen Buchungen ``` Ein Eintrag endet mit `^`. Jede Zeile beginnt mit einem Feldbuchstaben, der Rest ist der Wert. Felder dürfen mehrfach auftreten (Splitzeilen, Adresszeilen), deshalb hält `QifParser` jeden Eintrag als Liste von Paaren und bietet `feld()`, `felder()` und `hatFeld()`. **Die Datei ist zustandsbehaftet.** Der Kontobezug einer Buchung steckt allein darin, welcher `!Account`-Abschnitt zuletzt kam – nach Sektionstypen gruppiert gelesen wäre er verloren. Der Parser liefert daher eine flache Liste in Dateireihenfolge, jeder Eintrag mit Sektionstyp und aktuellem Konto. Jeder Kontoeintrag setzt zugleich das aktuelle Konto. In der Kontenliste folgen mehrere aufeinander, ohne dass Buchungen dazwischenstehen; das schadet nicht und deckt zugleich die zweite Schreibweise ab, bei der ein einzelner `!Account` den Kontowechsel bedeutet. ## Felder der Stammdaten | Sektion | Feld | Bedeutung | |---|---|---| | `!Type:Class` | `N` / `D` | Name, Beschreibung | | `!Type:Cat` | `N` | vollständiger Pfad mit `:` | | | `D` | Beschreibung | | | `I` / `E` | Einnahme bzw. Ausgabe (Marker ohne Wert) | | | `T` | steuerrelevant (Marker ohne Wert) | | | `R` | Kennziffer des Steuerformulars | | `!Account` | `N` / `T` | Name, Kontotyp (siehe `docs/stammdaten.md`) | | | `D` | Beschreibung; `Kontonr. 12345` wird als Kontonummer übernommen | | | `L` | Kreditlimit im US-Format | ## Fallstricke 1. **Zeichensatz ISO-8859-1, Zeilenenden CRLF.** `QifParser::nachUtf8()` prüft erst, ob schon UTF-8 vorliegt – eine zweite Konvertierung zerstörte die Umlaute. 2. **Beträge im US-Format**: `-1,241.04`. Das Komma ist Tausendertrenner. 3. **Datum laut Kopfzeile**, meist `MDY` mit zweistelligem Jahr: `D3.18.26` ist der 18.03.2026. Jahreszahlen ab 70 gelten als 19xx. 4. **Kategorie und Klasse in einer Zeile**: `L400 - Leben:B-Essen alleine/Privat`. 5. **Unterkategorien ohne genannte Elternkategorie.** Der Import legt fehlende Zwischenstufen selbst an (`Kategorie::findenOderAnlegenNachPfad()`). 6. **Konten stehen zweimal in der Datei** – einmal in der Kontenliste, einmal als Kopf ihrer Buchungen. Der zweite Treffer ist keine Dublette. 7. **Umbuchungen stehen nur einmal in der Datei** – in dem Konto, in dem sie erfasst wurden. Die Gegenseite ist allein durch `L[Zielkonto]` benannt und wird beim Import erzeugt; ohne sie fehlte dem Gegenkonto der Betrag. Auch Splitzeilen können ein Umbuchungsziel tragen (`S[Konto]`). Eine Buchung, die auf ihr eigenes Konto verweist, ist die Eröffnungsbuchung und bekommt keine Gegenseite. 8. **`C` ist der Abgleichstatus** (`X` = abgeglichen), kein Kennzeichen für vorausberechnete Buchungen – Wertpapierbuchungen führen es nie. Geplante Buchungen sortiert man über das Datum aus. 9. **Anfangssalden stehen nicht als eigenes Feld im Export.** Sie ergeben sich aus den Buchungen vor dem Stichtag, Gegenbuchungen eingerechnet. ## Arbeitsweise der Importeure Beide sind **idempotent**: Was es schon gibt, wird gezählt und übersprungen, nie doppelt angelegt. Ein zweiter Lauf derselben Datei ändert nichts. Der echte Lauf liegt jeweils in einer Transaktion – ein Abbruch mitten in der Kategorieliste hinterließe sonst einen halben Baum. `QifStammdatenImport` (Klassen, Kategorien, Konten): Der **Trockenlauf** schreibt gar nicht, sondern zählt mit einer Menge bereits bekannter Pfade mit; auch die Zwischenstufen, die der Import selbst anlegen würde, erscheinen in der Vorschau. `QifBuchungsImport` arbeitet mit einem **Stichtag**: * Buchungen **vor** dem Stichtag werden nicht gespeichert, sondern je Konto zum Anfangssaldo aufsummiert – einschließlich der Gegenbuchungen aus Umbuchungen. Die Salden stimmen dadurch exakt, ohne die ganze Historie mitzuschleppen. * Buchungen **im Zeitraum** kommen einzeln in die Datenbank, mit Splitzeilen, Klasse, Abgleichstatus und Adresszeilen. * Buchungen **nach dem Enddatum** (Vorgabe: heute) sind Vorausberechnungen des FinanzManagers und bleiben draußen. * **Wertpapiergeschäfte** schlagen vorerst nur mit ihrem Geldfluss auf dem Verrechnungskonto zu Buche (`L|[Konto]` und `$`). Ein Betrag auf dem Depot ohne Gegenwert würde die Summe der Kontostände verfälschen; Bestände folgen in Phase 6. Die Dublettenerkennung nutzt einen Fingerabdruck aus Konto, Datum, Betrag, Nummer und Text. Weil es echte Doppelbuchungen am selben Tag gibt (zweimal dasselbe im selben Laden), zählt ein laufender Index gleiche Fingerabdrücke durch – stabil über Läufe hinweg, weil die Datei immer dieselbe Reihenfolge hat. ## Bedienung Im Dialog unter *Verwaltung → QIF-Import*: Datei hochladen, Trockenlauf, dann übernehmen. Hochgeladene Dateien bleiben im Importverzeichnis (`data/import`), damit derselbe Export erst geprüft und dann übernommen werden kann. Auf der Kommandozeile: ```bash docker compose exec -u www-data php php scripts/qif-import.php data/import/Export.QIF docker compose exec -u www-data php php scripts/qif-import.php --uebernehmen data/import/Export.QIF ``` Ohne `--uebernehmen` läuft nur der Trockenlauf. `--benutzer=NAME` wählt den Mandanten, sonst gilt der erste aktive Benutzer. `--stichtag=` und `--bis=` überschreiben die Vorgaben; ohne Angabe gilt der Stichtag aus den Einstellungen (Reiter *Import/Export*) und als Enddatum der heutige Tag. `--nur-stammdaten` lässt die Buchungen aus. ## Prüfung gegen den echten Export Der Vollexport (8780 Buchungen, 2017–2026) ergibt mit Stichtag 01.01.2026: ``` Klassen 17 angelegt Kategorien 105 angelegt Konten 37 angelegt, 36 vorhanden (die Zweitnennung je Konto) Buchungen 833 angelegt vor dem Stichtag verrechnet: 7946 Buchungen auf 35 Konten nach dem Enddatum verworfen: 1 vorausberechnete Buchung darunter Wertpapiergeschäfte: 16 (nur Geldfluss) ``` Der Härtetest sind die Salden: Acht Konten, deren Werte aus der Kontenübersicht des FinanzManagers vorliegen, stimmen danach **auf den Cent** – von „Whg Besigheim“ (210.601,99 €) bis „Auslagen Eltern Wohnungskauf“ (−22.410,94 €).