# Nebenmodule und Zahlungsverkehr Was in Phase 7 dazugekommen ist: Buchungsvorlagen, regelmäßige Buchungen mit Finanzkalender, Erinnerungen, Adressen, Verträge, Sparziele, Kredite und der Zahlungsverkehr. ## Buchungsvorlagen Eine Vorlage ist eine fertige Buchung ohne Datum. Sie kommt aus dem QIF (`!Type:Memorized` – im Beispielexport 579 Stück, vom FinanzManager automatisch gemerkt) oder entsteht aus einer vorhandenen Buchung. **Splitzeilen werden mitskaliert.** Weicht der Betrag beim Buchen von dem der Vorlage ab, ziehen die Splitzeilen im gleichen Verhältnis mit; die letzte bekommt den Rest, damit die Summe auf den Cent zum Buchungsbetrag passt. Ohne das ließe sich eine Vorlage mit Splits nur zu ihrem ursprünglichen Betrag buchen. Die Liste sortiert nach Häufigkeit: Wer eine Vorlage sucht, sucht meist eine, die er schon oft gebraucht hat. Beim Import entsteht der **Name** aus Empfänger und Betrag – die QIF-Sektion führt keinen. Kommt derselbe Name mehrfach vor, zählt ein Zähler hoch, statt Vorlagen stillschweigend zu verschlucken. ## Regelmäßige Buchungen Jede Reihe führt ihre **nächste Fälligkeit** mit sich. Der Fälligkeitslauf holt, was ansteht, bucht es und schreibt das Datum fort. Eine Tabelle vorausberechneter Termine gibt es bewusst nicht: Sie wäre bei jeder Änderung neu zu erzeugen. Zwei Betriebsarten: * **automatisch** – wird ohne Rückfrage gebucht. Für Miete und Gehalt, wo Betrag und Termin feststehen. * **auf Bestätigung** – wird nur gemeldet und wartet auf Knopfdruck. Für alles, dessen Betrag schwankt. Der Lauf ist gutmütig gegenüber langen Pausen: Liegen mehrere Termine zurück, wird **jeder einzeln** gebucht, nicht einer für alle – nur so stimmen die Monatssummen. Nach dem Buchen rückt die Fälligkeit so weit vor, bis sie in der Zukunft liegt. In einen **abgeschlossenen Monat** wird nicht hineingebucht: Die Reihe bleibt stehen und meldet sich, statt den ganzen Lauf mit einer Ausnahme abzubrechen. *Überspringen* rückt vor, ohne zu buchen – für den Monat, in dem die Zahlung einmal ausgesetzt wurde. ## Finanzkalender Zusammengetragen aus vier Quellen: fällige regelmäßige Buchungen, offene Erinnerungen, ablaufende Kündigungsfristen und terminierte Überweisungen. Alles gerechnet, nichts gespeichert – eine Änderung an einer Reihe wirkt sich sofort aus. Überfälliges bleibt sichtbar und wird markiert, statt aus der Liste zu fallen. ## Adressen und IBAN-Prüfung Das Adressbuch speist die Empfängerauswahl im Zahlungsverkehr. **IBANs werden geprüft** (ISO 13616: Länge je Land, Prüfziffer modulo 97). Das fängt Zahlendreher ab, bevor eine Überweisung hinausgeht – die häufigste und ärgerlichste Fehlerquelle im Zahlungsverkehr. Gerechnet wird stückweise mit `%` statt mit `bcmod`: Die BC-Erweiterung ist keine Standardausstattung, und ein Modulo über sieben Ziffern lange Blöcke kommt ohne sie aus. ## Verträge Der Nutzen liegt in der **Kündigungsfrist**: Die Übersicht zeigt, bis wann gekündigt sein muss, damit sich ein Vertrag nicht stillschweigend verlängert. Verträge, deren Frist in den nächsten 90 Tagen abläuft, stehen oben auf der Seite und im Finanzkalender. Der **Jahresbetrag** rechnet verschieden getaktete Verträge vergleichbar: monatlich × 12, vierteljährlich × 4 und so fort. Ein Vertrag kann mit einer regelmäßigen Buchung verbunden sein, die seine Zahlung erledigt. ## Sparziele Der erreichte Stand kommt **aus dem Kontosaldo**, nicht aus einem eigenen Zähler – ein zweiter, gepflegter Wert liefe früher oder später von den Buchungen weg. Der Startbetrag zieht ab, was zu Beginn schon auf dem Konto lag. Zum Zieldatum rechnet die Anwendung aus, welche Monatsrate nötig wäre, um den Termin noch zu halten. Der Fortschrittsbalken ist ein ``-Element: Ein eigener Balken bräuchte seine Breite als `style`-Attribut, und das verbietet die Content-Security-Policy. ## Kredite Gerechnet wird als **Annuitätendarlehen**: gleichbleibende Rate, sinkender Zinsanteil, wachsende Tilgung. Zinsen fallen je Periode auf die Restschuld an. Der Tilgungsplan wird **gerechnet, nicht gespeichert** – er ergibt sich vollständig aus Betrag, Zins, Rate und Beginn. Eine jährliche Sondertilgung wird im Dezember verrechnet. Deckt die Rate nicht einmal die Zinsen der ersten Periode, entsteht kein Plan, sondern ein Hinweis: So ein Kredit würde wachsen statt zu schrumpfen, und eine Endlosschleife wäre die schlechtere Antwort darauf. Bei langen Laufzeiten zeigt die Tabelle die nächsten zwei Jahre und das Ende; dazwischen steht, wie viele Raten ausgelassen wurden. ## Zahlungsverkehr **Erst die Bank, dann die Buchung.** Ein Zahlungsauftrag ist zunächst ein Entwurf. Die Buchung auf dem Auftragskonto entsteht erst, wenn die Bank den Auftrag angenommen hat – vorher wäre sie eine Behauptung, die man nach einer abgelehnten TAN wieder einsammeln müsste. Ein gesendeter Auftrag lässt sich weder ändern noch löschen: Er bleibt als Beleg stehen. Fehlgeschlagene tragen die Meldung der Bank daneben. Ohne Ausführungstermin geht die Überweisung sofort hinaus, mit Termin als Terminüberweisung; sie erscheint dann im Finanzkalender. ### SEPA-XML von Hand php-fints erwartet die fertige **pain.001.001.03**-Nachricht und erzeugt sie nicht. Die üblichen Erzeuger wären zwei weitere Abhängigkeiten für ein Dokument von sechzig Zeilen – `Services\SepaXml` schreibt es deshalb selbst. Der **SEPA-Zeichenvorrat** ist eng: `a–z A–Z 0–9 / - ? : ( ) . , ' +` und Leerzeichen. Umlaute werden umgeschrieben (ä → ae), alles Übrige fällt weg. Ohne diese Umschrift weist die Bank den Auftrag zurück – und zwar erst nach dem Absenden. Der Verwendungszweck endet bei 140 Zeichen; das ist das SEPA-Maß, alles darüber würde die Bank ohnehin abschneiden. ### TAN Für Überweisungen verlangt jede Bank eine TAN. Der Dialog wird genauso über die Sitzung fortgesetzt wie beim Abruf (siehe `docs/banking.md`): Zustand sichern, Maske zeigen, nach der Eingabe weitermachen. Beim Abbrechen bleibt der Auftrag als Entwurf stehen und lässt sich erneut senden. ## Tests `tests/18_NebenmoduleTest.php` – Vorlagen mit skalierten Splits und aus Buchungen, QIF-Vorlagenimport samt Idempotenz, Terminrechnung und Fortschreiben der Fälligkeit, Fälligkeitslauf (nur automatische Reihen, wartende rücken nicht vor), Erinnerungen, IBAN-Prüfung mit gültigen und falschen Nummern, Kündigungsfristen und Jahresbeträge, Sparfortschritt aus dem Konto, Tilgungsplan (Annuität, letzte Rate, Sondertilgung, zu kleine Rate), Zahlungsaufträge (Buchung erst nach Annahme, Unveränderlichkeit, Eingabeprüfungen), SEPA-XML (Schema, Zeichensatz, Wohlgeformtheit) und der Finanzkalender.